Betroffene UnterstützeN
Für andere da sein. Deine eigenen Grenzen respektieren. Auf dich selbst achten. Hier erfährst du, wie du helfen kannst – und was du besser lassen solltest – wenn jemand in deinem Umfeld mit seiner finanziellen Gesundheit kämpft.
So kannst
du helfen

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Wie kann ich dem Mensch der mir am Herzen liegt unterstützen?
Hier findest du Tipps zum Umgang mit nahestehenden Personen mit finanziellen Problemen
Auch so kannst du helfen
Ihr könnt auch gemeinsam überlegen, welche vertrauenswürdige Person ihr einbeziehen möchtet (z. B. eine Beraterin oder einen Berater, einen Mentor, ein Familienmitglied oder eine Ansprechperson im beruflichen Umfeld). Überlasse jedoch deiner Freundin oder deinem Freund die Entscheidung, an wen ihr euch wendet. Du kannst anbieten, bei dem Gespräch dabei zu sein, um zu unterstützen. Sollte die angesprochene Person nicht helfen können oder die Situation nicht ernst nehmen, ermutige deine Freundin oder deinen Freund, sich an eine andere Vertrauensperson oder an eine professionelle Stelle zu wenden.
#2 Bleib im Gespräch
Informiere dich gemeinsam mit deiner Freundin oder deinem Freund, wo es bei finanziellen Problemen Unterstützung gibt. Nicht alle Informationen, die du online findest, sind hilfreich oder korrekt. Vertrauenswürdige Quellen sind beispielsweise Schuldnerberatungsstellen, Verbraucherschutzzentralen oder offizielle Websites von Institutionen. Hier findest du oft konkrete Anlaufstellen. Du kannst deiner Freundin oder deinem Freund auch anbieten, sie oder ihn zu einem Beratungstermin zu begleiten, wenn du möchtest. Mach ihr oder ihm Mut, sich möglichst bald Unterstützung zu holen, etwa durch ein Gespräch mit einer Fachperson oder einer vertrauten Person über die finanzielle Situation.
#3 Hol Hilfe
Wenn eine befreundete Person aufgrund von Schulden starke mentale oder körperliche Probleme zeigt, wie z. B. Schlaflosigkeit, ständige Angstzustände oder körperliche Beschwerden, ist es wichtig, Unterstützung anzubieten. Sprich in einem solchen Fall unbedingt mit einer vertrauenswürdigen Person, wie einem Familienmitglied, einer Fachperson oder einer Beratungsstelle. Versichere der Person, dass du die Situation nur mit jemandem besprechen wirst, der wirklich helfen kann. Sollte die erste Person, an die du dich wendest, die Probleme nicht ernst nehmen, suche eine andere Vertrauensperson oder professionelle Hilfe. Dein Ziel ist es, sicherzustellen, dass deine befreundete Person die nötige Unterstützung erhält.
Achte auf Hinweise
Folgende Anzeichen könnten darauf hindeuten, dass eine befreundete Person unter finanziellen Problemen leidet:
• Verzicht auf bisher übliche Aktivitäten: Die Person zieht sich aus kostenintensiven Freizeitaktivitäten zurück, wie z. B. Kino, Essen gehen oder Reisen.
• Sichtbare Einsparungen im Alltag: Sie kauft günstigere oder weniger Lebensmittel, verzichtet auf notwendige Anschaffungen oder trägt abgenutzte Kleidung.
• Vermeidung von finanziellen Themen: Die Person wechselt schnell das Thema, wenn Geld oder Rechnungen zur Sprache kommen, oder wirkt dabei angespannt.
• Vermehrtes Geldleihen: Sie bittet häufiger um kleinere Geldbeträge oder verschiebt das Zurückzahlen geliehener Summen.
• Offene Rechnungen und Mahnungen: Die Person erwähnt unbezahlte Rechnungen, Mahnungen oder drohende Konsequenzen, wie Kündigungen oder Sperrungen von Dienstleistungen.
• Eingeschränkte Mobilität: Sie verzichtet auf Bus, Bahn oder Auto, weil die Kosten zu hoch sind, und meidet dadurch soziale Kontakte oder Veranstaltungen.
• Verkauf von persönlichen Gegenständen: Es fällt auf, dass sie Wertgegenstände verkauft oder erwähnt, Dinge zu Geld machen zu müssen.
• Ungewohnte Sparsamkeit: Die Person wirkt übermäßig sparsam, beispielsweise indem sie wiederholt Kleinstbeträge vermeidet auszugeben.
• Verändertes Verhalten bei Einladungen: Sie lehnt Einladungen ab oder vermeidet Situationen, in denen sie finanziell etwas beitragen müsste.
• Kompromissloser Fokus auf Arbeit: Sie nimmt übermäßig viele Arbeitsstunden oder Nebenjobs an, um finanziellen Druck zu mindern, was zu Erschöpfung führen kann.
• Nutzung von Krediten oder Zahlungsaufschüben: Die Person erwähnt Kredite, Zahlungsaufschübe oder vermehrte Nutzung von Kreditkarten, um Ausgaben zu decken.
#4 Schau genau hin
Vielleicht fragst du dich, woran du erkennst, dass eine befreundete Person finanzielle Probleme hat. Solche Schwierigkeiten sind oft nicht leicht zu erkennen, da sie unterschiedlich stark ausgeprägt sein können und Menschen oft versuchen, sie zu verbergen. Wichtig ist: Wenn dir Veränderungen am Verhalten deiner Freundin oder deines Freundes auffallen – wenn er oder sie z. B. häufig gestresst oder besorgt wirkt, sich zurückzieht oder ungewöhnlich angespannt auf Geldthemen reagiert – dann schau nicht weg oder denke „Das geht mich nichts an“. Sei aufmerksam und biete Unterstützung an. Es kann sein, dass du unsicher bist, ob deine Sorgen berechtigt sind. In diesem Fall kannst du mit einer vertrauenswürdigen Person sprechen, z. B. einer Beratungsstelle, einem Familienmitglied oder einer professionellen Fachkraft, um Rat zu suchen.
Deine Unterstützung kann ein wichtiger erster Schritt sein. Finanzielle Schwierigkeiten können jede:n treffen, und der Weg hinaus beginnt oft mit einem offenen Gespräch.
#1 Sei da
Es ist wichtig, dass du deine Freundin oder deinen Freund bei finanziellen Problemen unterstützt, aktiv nach Lösungen zu suchen und gemeinsam Zeit zu verbringen, beispielsweise bei einem Spaziergang oder einem Austausch über mögliche Ansätze. Verhalte dich am besten so „wie immer“ und zieh dich nicht zurück. Habe keine Scheu, über finanzielle Sorgen zu sprechen, und höre zu, wenn deine Freundin oder dein Freund sich aussprechen möchte. Es geht darum, Unterstützung zu bieten und da zu sein, wenn du gebraucht wirst. Finanzielle Probleme zu bewältigen, kann Zeit in Anspruch nehmen, daher ist Geduld gefragt. Vermeidet während dieser Phase unüberlegte oder riskante Entscheidungen, wie das Eingehen neuer Schulden oder übermäßiges Ausgeben, und konzentriert euch darauf, gemeinsam einen Weg aus der Situation zu finden.
Das sind deine Limits
Wichtig ist: Du kannst die finanziellen Probleme deiner Freundin oder deines Freundes nicht allein lösen. Du kannst keine finanziellen Konzepte erstellen oder alle Entscheidungen für sie oder ihn treffen. Professionelle Unterstützung, wie etwa eine Schuldnerberatung, ist oft unerlässlich, um langfristige Lösungen zu finden. Du solltest deine Freundin oder deinen Freund auch nicht zu bestimmten Entscheidungen drängen oder versuchen, allein Verantwortung für die Situation zu übernehmen (z. B. indem du Schulden verdeckst oder stellvertretend Ausgaben tätigst). Deine Aufgabe ist es, Unterstützung anzubieten, nicht aber, die Probleme vollständig zu tragen.
Achte auf dich
Vergiss nicht, gut auf dich selbst zu achten, und bring dich nicht in schwierige Situationen (z. B. indem du finanzielle Bürden oder Schulden übernimmst). Nimm nicht zu viel Verantwortung auf dich, um zu helfen. Wenn dich die Situation belastet oder überfordert, scheue dich nicht, selbst Unterstützung zu suchen oder mit einer vertrauenswürdigen Person darüber zu sprechen. Denke daran: Du bist nicht für die finanziellen Probleme deiner Freundin oder deines Freundes verantwortlich.

